Von mindestens einer der beiden Erkrankungen hat jeder schonmal gehört. Doch was genau steckt hinter den beiden Krankheitsbildern. Wir klären für euch auf:
Lymphödem: Kurz gesagt handelt es sich hier um eine chronische, progrediente Erkrankung durch gestörten Lymphabfluss. Die Erkrankung ist unterdiagnostiziert und epidemiologisch schlecht erfasst. Vermehrt tritt es sekundär als Folge von z. B.: Tumortherapie auf.
Charakteristika:
- Ansammlung eiweißreicher Flüssigkeit
- Meist einseitige Schwellung (beginnt distal)
- Im Verlauf: Fibrose, Entzündung, Gewebeumbau
- Stemmer-Zeichen positiv
- Spannungs- und Schweregefühl
Pathophysiologie:
-
Mikroangiopathie (Kapillarveränderungen)
-
Erhöhte Gefäßpermeabilität
-
Entzündliche Prozesse im Fettgewebe
-
Gestörte Fettzellregulation
Lipödem: Hier handelt es sich um eine chronische Fettverteilungsstörung mit disproportionaler Fettzunahme. Man geht davon aus, dass hormunelle Veränderungen der Auslöser sind.
Charakteristika:
- Symmetrische Fettvermehrung (v.a. Beine, seltener Arme)
- Disproportional (Oberkörper oft schlanker)
- Druckschmerz
- Erhöhte Hämatomneigung
- Häufig Beginn:
- Pubertät
- Schwangerschaft
- Hormonelle Umstellungen
Pathophysiologie:
- Mikroangiopathie (Kapillarveränderungen)
- Erhöhte Gefäßpermeabilität
- Entzündliche Prozesse im Fettgewebe
- Gestörte Fettzellregulation
Fazit: Lymphödem ≠ Lipödem — zwei Erkrankungen, die oft verwechselt werden, aber unterschiedliche Ursachen haben.
Wichtig: Beide Erkrankungen sind real, chronisch und oft unterdiagnostiziert. Frühe Diagnostik und individuelle Therapie können entscheidend sein.
Bleibt dran, um alles rundum das Thema Lymph- und Lipödem in der Physiotherapie zu erfahren!

