Statistisch gesehen passieren die meisten Kreuzbandrisse beim Fußball, gefolgt vom Handball. In den meisten Fällen sogar ohne Fremdeinwirkung. Allein in Deutschland erleiden jährlich 70-80.000 Menschen einen Kreuzbandriss. Wie genau es zu der Verletzung kommt, typische Symptome und welche Rehamaßnahmen nach einer Verletzung empfehlenswert sind, erfährst du in diesem Beitrag.
In der Regel besitzt jedes Kniegelenk ein vorderes und ein hinteres Kreuzband.
Das vordere Kreuzband
verläuft von der Rückseite des Oberschenkels zur Vorderseite des Schienbeins und verhindert das Vorwärtsgleiten der Tibia gegenüber des Femurs. Seine Hauptaufgabe ist die Stabilisierung des Knies bei Rotationsbewegungen.
Ein Riss des vorderen Kreuzbandes führt zu Instabilität bei Drehungen, Abstoppen und Landungen nach einem Sprung.
Das hintere Kreuzbein
verläuft von der Vorderseite des Oberschenkels zur Rückseite des Schienbeins. Seine Aufgabe ist es das Rückwerts gleiten der Tibia zu verhindern.
Verletzungen des hinteren Kreuzbandes sind deutlich seltener (3-20 % aller Kreuzbandverletzungen). Hier sind oft Mehrfachverletzungen (z.B. Unfall mit Krafteinwirkung von vorne auf angewinkeltes Knie) die Ursache.
Symptome nach bzw. während des Risses sind:
- knacken, ploppen zum Verletzungszeitpunkt
- Schnelle Schwellung (innerhalb 2–4 Stunden)
- Instabilitätsgefühl, besonders bei Richtungswechsel
Die Rehabilitationsmaßnahmen lassen sich in vier Phasen einteilen:
- Phase 1: Akut/ Prä-OP (Woche 0–2):
- Teilbelastung mit Unterarmgehstützen (UAGST)
- ROM 0–90° anstreben → Kniestreckung priorisieren
- Quadrizeps-Aktivierung (Isometrie 5×/Woche)
- Ziele: Schmerz ↓, Ödem ↓
- Phase 2: Frühe Reha (Woche 2–6)
- Vollbelastung → Entwöhnung der UAGST
- ROM 0–115° anstreben
- Training in geschlossener Kette (Neuromuskuläre Kontrolle, Balancetraining, Kraftaufbau bsow. über Beinpresse)
- Phase 3: Kraft & Lauf (Woche 6–12)
- Kraft: LSI ≥70–80% (Quadriceps, Hamstrings)
- Laufbeginn: Ab 12. Woche:
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Kein Erguss vorhanden ist
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Volle Extension + ≥135° Flexion
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Schmerz ≤1/10 bei Belastung
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Single-Leg-Pogo ×30 mit guter Form
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Quadriceps-LSI ≥70%
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- Phase 4: Return-to-Sport (Monat 6–12+)
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Plyometrie: Landetechniken, Sprungtraining
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Agilität: Cutting, Pivoting, sport-spezifisch
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Return to Sport: Frühestens ≥9 Monate post-OP
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Operationen werden vorallem dann in Erwähgung gezugen, wenn das Knie sehr instabil ist, weiterhin ein hoher sportlicher Anspruch vorrausgesetzt wird oder berufbedingt hohe körperliche Belastungen entstehen.

