Viele leiden unter chronischen Verspannungen in Schulter, Nacken oder LWS. Doch was versteht man darunter wirklich?
Muskelverspannung
Oft liegt eher eine erhöhte Muskelspannung bzw. Tonus, gesteuert vom Nervensystem vor, und ist nicht unbedingt eine tatsächliche Verkürzung des Muskels.
Das Bedeutet:
- Gefühlte Verkürzung ≠ anatomische Verkürzung
- Verspannte Muskeln sind oft zu schwache Muskeln
Pathophysiologie Muskelverspannung
Erhöhte Schutzspannung
- Nervensystem aktiviert Muskelreflexe bei Fehlhaltung, Überlastung oder Schmerz
- Bewegung fühlt sich eingeschränkt an
Dehntoleranz
- Früher Schmerz bei Bewegung führt zur Schonhaltung
- Wahrnehmung „Muskel ist zu kurz“
Psychischer Stress
- Stress erhöht die Grundspannung des Muskel-Nervensystems
Keine strukturelle Verkürzung
Geringere Kraft oder Ausdauer der jeweiligen muskulären Strukturen
Therapieansatz: Wie Physiotherapie hilft!
Isometrische Muskelkontraktion + passive Dehnung
-> Senkt den Tonus, steigert Bewegungsfreiheit
-> Nachweislich effektiver als reines Dehnen bei Hamstring- und Rückenproblemen
Aktive Bewegung & Kräftigung
- Verbesserung der neuromuskulären Kontrolle
- Stabilisierung der Muskulatur → verhindert erneute Verspannung
- Erhöhung der Belastung und Belastbarkeit
Entspannungs- & Atemtechniken
- Reguliert das Nervensystem
- Senkt den Tonus
- Subjektives Lockerungsgefühl
Take-Home-Massage:
Verspannte Muskeln fühlen sich oft „zu kurz“ an, sind aber meist nicht wirklich verkürzt. Effektive Therapie setzt an der funktionellen Beweglichkeit, Spannungskontrolle und Entspannung an, nicht nur an der Länge des Muskels.

